Unsere acht Namen
- Gipfel
- Piz Palü, Piz Bernina, Piz Nair, Piz Grisch
- Täler und Gletscher
- Val Roseg, Val Morteratsch
- Aussichtspunkte
- Diavolezza, Muottas Muragl
- Höchster
- Piz Bernina, 4048 m
- Nächster
- Muottas Muragl, 10 Min. mit dem Zug ab Bever
Acht Wohnungen, acht Namen
Wer in der Chesa Michel wohnt, schläft in Palü, Bernina, Roseg, Diavolezza, Nair, Morteratsch, Muragl oder Grisch. Das sind keine Fantasienamen: Jeder gehört zu einem Berg, einem Tal oder einem Aussichtspunkt, den Sie von Bever aus erreichen. Dieser Beitrag erzählt, was hinter den Namen steckt – und wie Sie hinkommen.
| Wohnung | Namensgeber | Höhe | Bedeutung |
|---|---|---|---|
| Palü | Piz Palü, Gletscherberg mit drei Gipfeln | 3899 m | von lat. «palus», Sumpf |
| Bernina | Piz Bernina, höchster Berg Graubündens | 4048 m | Name vom Berninapass übertragen |
| Roseg | Val Roseg und Piz Roseg | 3935 m | alte These: «rose» für Gletscher |
| Diavolezza | Aussichtsberg bei Pontresina | 2978 m (Bahn) | romanisch «Teufelin» |
| Nair | Piz Nair, Hausberg von St. Moritz | 3057 m | romanisch «schwarz» |
| Morteratsch | Val und Gletscher Morteratsch | – | Sage: «Mort Aratsch» |
| Muragl | Muottas Muragl | 2456 m (Bahn) | «muotta» = Anhöhe |
| Grisch | Piz Grisch, Nachbar des Piz Nair | 3098 m | romanisch «grau» |
Bernina: der einzige Viertausender der Ostalpen
Der Piz Bernina ist mit 4048 m der höchste Berg Graubündens und der einzige Viertausender der Ostalpen; ältere Karten nennen noch 4049 m. Erstmals bestiegen hat ihn der Förster und Vermesser Johann Coaz am 13. September 1850, zusammen mit Jon und Lorenz Ragut Tscharner, über den Morteratschgletscher. Coaz war es auch, der den Namen vom Berninapass auf den Gipfel übertrug. Berühmt ist der Biancograt, der schneeweisse Grat von Norden, erstmals begangen 1878. Über den Gipfel verläuft die Wasserscheide zwischen Schwarzem Meer und Mittelmeer.
Erleben: Die besten Blicke haben Sie von Muottas Muragl, von der Fuorcla Surlej und von der Diavolezza.

Palü und Diavolezza: Sumpf und Teufelin
Der Piz Palü ist ein dreigipfliger Gletscherberg an der Grenze zu Italien, 3899 m hoch. Sein Name ist erstaunlich bodenständig: Er stammt vom lateinischen palus, Sumpf, und ging von der Alp Palü, die auf sumpfigem Grund lag, auf den Berg über. Der Hauptgipfel wurde nachweislich erst 1866 bestiegen. Filmgeschichte schrieb er 1929 mit dem Stummfilm «Die weisse Hölle vom Piz Palü».
Den klassischen Blick auf den Palü haben Sie von der Diavolezza – romanisch für «Teufelin». Die Sage erzählt von einer Bergfee am Munt Pers, die Jäger in die Berge lockte. Heute bringt Sie eine Luftseilbahn von der Station Bernina Diavolezza (ab Bever rund 45 Minuten mit Umsteigen in Pontresina) auf 2978 m. Von der Bergstation erreichen Sie den Munt Pers in etwa einer Stunde.

Roseg: ein Tal ohne Autos
Das Val Roseg öffnet sich direkt beim Bahnhof Pontresina und ist rund 12 km lang. Autos sind nicht erlaubt; Pontresina und Samedan haben das ganze Tal zur Ruhezone erklärt. Bis zum Hotel Roseg Gletscher auf rund 2000 m sind es 7 km – zu Fuss knapp zwei Stunden, mit dem Velo oder mit dem Pferde-Omnibus (im Sommer, rund 70 Minuten; aktuelle Fahrzeiten und Preise: Hotel Roseg Gletscher). Über dem Talende thront der Piz Roseg (3935 m, erstmals bestiegen 1865).
Woher der Name kommt, ist nicht sicher. Der Sprachforscher Carl Täuber vertrat 1906 die These, «rose» habe ursprünglich schlicht Gletscher bedeutet – wie beim Monte Rosa. Mit Rosen hätte das Tal dann nichts zu tun.
Wichtig: Am 14. April 2024 ging am Piz Scerscen ein grosser Bergsturz über den Tschiervagletscher nieder. Die Gemeinde Samedan sperrte danach den Talbodenweg zum Gletschersee Lej da Vadret und warnte vor plötzlichem Hochwasser der Ova da Roseg. Informieren Sie sich vor einer Wanderung über das Hotel hinaus bei der Gemeinde oder bei Pontresina Tourismus über den aktuellen Stand.
Hütten im Val Roseg:
- Chamanna Coaz (2610 m) über dem Roseggletscher, benannt nach dem Bernina-Erstbesteiger; im Sommer meist von Ende Juni bis Anfang Oktober bewartet. Der schönste Zustieg führt von der Corvatsch-Mittelstation Murtèl in rund zweieinhalb Stunden hinüber.
- Chamanna da Tschierva (2583 m), Ausgangspunkt für den Biancograt; ab Pontresina rund 3¾ Stunden und 870 Höhenmeter, mit der Kutsche bis zum Hotel Roseg deutlich kürzer.
Unser Tipp: Mit der Corvatschbahn nach Murtèl (2702 m), in 40 Minuten zur Fuorcla Surlej mit freiem Blick auf Piz Bernina und Piz Roseg, dann hinab ins Val Roseg und nach Pontresina – rund 3¾ Stunden. Von Pontresina fahren Sie in einer Viertelstunde zurück nach Bever.
Morteratsch: der Gletscher, der geht
Das Val Morteratsch beginnt bei der gleichnamigen Station der Berninabahn, eine Station nach Pontresina (ab Bever rund 35 Minuten). Der Morteratschgletscher war bei Messbeginn 1878 rund 8,6 km lang; seither hat er sich um rund drei Kilometer zurückgezogen. Vom Bahnhof gehen Sie gut eine Stunde bis zum heutigen Gletschertor, vorbei an Tafeln, die zeigen, wo das Eis früher stand.
Der Name soll auf die Sage von Aratsch zurückgehen – «Mort Aratsch», der tote Aratsch. Eine sprachwissenschaftlich gesicherte Deutung gibt es nicht. Dafür gibt es ein Zukunftsprojekt: Unter dem Namen MortAlive hat eine Firma aus Samedan 2021 und 2022 erste Tests durchgeführt, den Gletscher mit Schmelzwasser künstlich zu beschneien, um ihn zu schützen.
Chamanna da Boval (2495 m): rund zwei Stunden ab der Station Morteratsch auf der Seitenmoräne, 630 Höhenmeter, mit Blick auf Bernina und Palü. Eine der schönsten Hüttenwanderungen der Region.

Nair und Grisch: schwarz und grau über St. Moritz
Der Piz Nair (3057 m) ist der Hausberg von St. Moritz und heisst schlicht «schwarzer Berg» – in Graubünden gibt es gleich zehn Gipfel dieses Namens. Seit 2002 führt eine Luftseilbahn von der Corviglia hinauf. Oben wacht seit 1958 ein Steinbock aus Bronze, der «Guardiaun Grischun». Bei klarem Wetter reicht der Blick bis zum Matterhorn, rund 174 km entfernt.
Direkt nördlich, nur gut einen Kilometer entfernt, steht sein grauer Nachbar: der Piz Grisch (3098 m) im Gebiet der Gemeinde Samedan – «grauer Berg». Es gibt noch zwei weitere Piz Grisch in Graubünden; unserer ist der über dem Oberengadin.
Erleben: Mit der Bahn ab Celerina–Marguns oder St. Moritz Bad auf die Corviglia und den Piz Nair. Wer gut zu Fuss ist, wandert von Marguns in rund drei Stunden auf der Via Engiadina zurück nach Bever – bis vor unsere Tür.
Muragl: der Balkon über dem Tal
Muottas Muragl ist der Aussichtsberg zwischen Bever und Pontresina. Muotta heisst im Romanischen Anhöhe. Die rote Standseilbahn fährt seit 1907 von Punt Muragl hinauf – ab Bever sind es nur 10 Minuten mit dem Zug bis zur Talstation. Oben liegen der Philosophenweg, der Weg zur Segantinihütte und ein Blick über alle Oberengadiner Seen. Von hier sehen Sie an klaren Tagen einen grossen Teil der Namensgeber unserer Wohnungen auf einen Blick. Mehr im Beitrag Die schönsten Bergbahnen im Sommer ab Bever.
Wohnen mit Aussicht auf die Namen
Die Wohnungen selbst sind so verschieden wie ihre Namensgeber: vom Studio für zwei (Nair, Grisch) bis zur Dach-Maisonette für sechs (Muragl). Zwei Paare lassen sich über eine gemeinsame Eingangstür kombinieren – Roseg mit Nair und Morteratsch mit Grisch. Mehr über die Region rund um Pontresina lesen Sie im Beitrag Pontresina: die besten Tipps für Sommer und Winter.
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