Das Engadin in Zahlen
- Wärmster Monat
- Juli: Mittel 12,3 °C, tagsüber 19 °C
- Kältester Monat
- Januar: Mittel −8,4 °C
- Sonnigster Monat
- Juli, 199 Sonnenstunden
- Trockenster Monat
- Februar, 19 mm Niederschlag
- Skisaison
- Meist Mitte Dezember bis Anfang April, hoch gelegene Gebiete länger
Zwölf Monate, zwölf Gesichter
Bever liegt auf 1708 m, in einem der höchsten bewohnten Täler Europas. Das macht das Klima extrem und genau deshalb so schön: trockene, sonnige Winter mit tiefen Temperaturen, kurze, frische Sommer und dazwischen zwei stille Zwischensaisons. Wer weiss, was ihn wann erwartet, findet für fast jeden Wunsch den richtigen Monat.
Die Anlässe unten sind Beispiele aus dem Veranstaltungskalender der Region. Nicht jeder findet jedes Jahr statt, und die Daten wechseln – den aktuellen Stand finden Sie im Veranstaltungskalender von Engadin Tourismus, die Betriebszeiten der Bergbahnen in den Bergbahnen-Berichten.
Das Klima auf einen Blick
Normwerte 1991–2020 der Station Samedan, eine Bahnstation von Bever; Neuschnee Mittel 1981–2010.
| Monat | Mittel | Tag / Nacht | Niederschlag | Sonne | Neuschnee |
|---|---|---|---|---|---|
| Januar | −8,4 °C | −1,3 / −15,8 °C | 29 mm | 120 h | 52 cm |
| Februar | −7,1 °C | 0,5 / −15,6 °C | 19 mm | 121 h | 39 cm |
| März | −2,4 °C | 4,0 / −9,6 °C | 24 mm | 147 h | 33 cm |
| April | 1,9 °C | 7,9 / −4,3 °C | 37 mm | 150 h | 24 cm |
| Mai | 6,7 °C | 12,9 / 0,1 °C | 67 mm | 164 h | 6 cm |
| Juni | 10,5 °C | 17,0 / 3,2 °C | 91 mm | 186 h | 1 cm |
| Juli | 12,3 °C | 19,3 / 4,7 °C | 87 mm | 199 h | – |
| August | 11,8 °C | 18,8 / 4,7 °C | 100 mm | 181 h | – |
| September | 7,9 °C | 14,6 / 1,3 °C | 73 mm | 155 h | 1 cm |
| Oktober | 3,6 °C | 10,5 / −2,6 °C | 77 mm | 138 h | 8 cm |
| November | −2,1 °C | 4,1 / −7,8 °C | 70 mm | 103 h | 41 cm |
| Dezember | −7,0 °C | −0,7 / −13,4 °C | 37 mm | 102 h | 50 cm |
Auffällig: Der Winter ist deutlich trockener als der Sommer. Im Februar regnet oder schneit es an durchschnittlich nur gut vier Tagen, im Juni und August an elf. Und auch im Juli kann es nachts unter 5 °C abkühlen – eine Jacke gehört immer ins Gepäck.
Januar: Kälte, Sonne, Schwarzeis
Der kälteste Monat – und einer der schönsten. Nach dem 6. Januar leeren sich die Pisten, die Tage werden länger, und ab Mitte Januar sind die Seen meist ganz zugefroren. Friert ein See ohne Schnee zu, entsteht Schwarzeis, durch das man bis auf den Grund sieht.
Anlässe: Neujahrsapéros am 1. Januar in mehreren Dörfern, Schlitteda in Champfèr und Silvaplana–St. Moritz, der Snow Polo World Cup in St. Moritz und die Engadin Art Talks in Zuoz; dazu je nach Jahr Weltcuprennen im Langlauf und im Para-Ski.
Februar: White Turf und Hochsaison
Der trockenste Monat bringt viel Sonne und stabile Verhältnisse – und die Sportferien der Schweizer Kantone sowie vieler Nachbarländer. Es ist die vollste Zeit des Winters.
Anlässe: White Turf mit Pferderennen auf dem gefrorenen St. Moritzersee an drei Februar-Sonntagen, mit Rennen auch an den Samstagen davor; Hom Strom in Scuol traditionell am ersten Samstag im Februar; dazu der Curling Gold Cup.

März: Skimarathon und Chalandamarz
Die Tage sind lang, die Sonne wärmt, der Schnee ist noch tief. Für viele der beste Skimonat.
Anlässe: Chalandamarz am 1. März – Kinder ziehen mit Glocken durch Bever, Samedan, Celerina, La Punt und Sils, um den Winter zu vertreiben. Die Engadin Marathonwoche mit Frauenlauf und Nachtlauf Sils–Pontresina gipfelt im Engadin Skimarathon am zweiten Sonntag im März. Ostern fällt je nach Jahr in den März oder April.

April: Frühlingsskifahren
Sulzschnee am Vormittag, Sonnenterrassen am Nachmittag. Die Skigebiete schliessen gestaffelt: die meisten um Ostern oder Anfang April, die hoch gelegenen wie Corvatsch und Diavolezza in der Regel erst deutlich später. In der zweiten Aprilhälfte erwachen die Murmeltiere aus dem Winterschlaf. Anlässe: das SunIce Festival in St. Moritz zum Saisonende.
Mai: die stillste Zeit
Im Tal schmilzt der Schnee, oben liegt er noch. Viele Hotels und Restaurants machen Pause, die meisten Bergbahnen auch. Wer Ruhe sucht und im Tal wandern will, ist jetzt richtig. Auffahrt und Pfingsten fallen je nach Jahr in den Mai oder Juni. Im Frühling brüten in den Inn-Auen bei Bever seltene Vögel – bitte bleiben Sie dort von Mitte April bis Juli auf den Wegen und führen Sie Hunde an der Leine. Mehr im Beitrag Zwischensaison im Engadin.
Juni: Alpenblumen und die ersten Bahnen
Die Wiesen blühen, auf den Pässen liegt noch Schnee. Die Sommerbahnen öffnen nach und nach im Laufe des Juni, Muottas Muragl je nach Pfingsten meist als eine der ersten. Der Albulapass öffnet je nach Schnee zwischen Ende Mai und Mitte Juni.

Juli: Hochsommer auf 1700 Metern
Der wärmste und sonnigste Monat, mit Tagestemperaturen um 19 °C. Der Stazersee erwärmt sich auf bis zu 20 °C, der Silsersee bleibt kühl. Ab Mitte Juli beginnen die Sommerferien in weiten Teilen der Schweiz und Deutschlands – das Tal wird lebhaft.
Anlässe: Trailläufe wie Bernina Ultraks und Engadin Ultra Trail, dazu das Festival da Jazz in St. Moritz, das in den letzten Jahren im Juli stattfand.

August: Festivals und Gourmet
Der niederschlagsreichste Monat, oft mit Gewittern am Nachmittag – früh losgehen lohnt sich. Um den 15. August (Ferragosto) kommen viele Gäste aus Italien.
Anlässe: Konzerte des Engadin Festival, der Concours Hippique Zuoz, das St. Moritz Running Festival mit dem Engadiner Sommerlauf und das St. Moritz Gourmet Festival – es findet seit Kurzem im Sommer statt, nicht mehr im Januar.
September: klare Luft, leere Wege
Die Ferien sind vorbei, die Luft ist klar, die Wanderwege sind leer – für viele der beste Wandermonat. Im Nationalpark beginnt die Hirschbrunft (Anfang September bis Mitte Oktober), am besten zu hören im Val Trupchun. Im Bergell startet Ende September das Kastanienfestival.
Oktober: Lärchengold
Die Lärchen färben sich meist ab Anfang Oktober, der Höhepunkt liegt oft in der zweiten Monatshälfte. Die Sommerbahnen schliessen meist in der zweiten Oktoberhälfte, doch die Diavolezza startet oft schon im Herbst in einen frühen Winterbetrieb. Mehr im Beitrag Der goldene Lärchenherbst im Engadin.
Anlässe: Stubete am See in Sils, Dampffahrten über die Albulalinie, geführte Fotowanderungen zum Lärchengold und das Kastanienfestival im Bergell.

November: Ruhe vor dem Winter
Der erste Schnee bleibt liegen, die Dörfer werden still. Um Mitte November fährt meist kaum eine grosse Bergbahn – gegen Ende des Monats starten dann Corvatsch und Corviglia in den Winter. Dank Snowfarming gibt es erste Loipen oft schon früh im Monat. Ende November beginnen die ersten Weihnachtsmärkte.
Dezember: Advent und Weltcup
Kurze Tage, viel Schnee, Adventsfenster in Bever ab dem 1. Dezember. Weihnachtsmärkte in St. Moritz, Celerina, Samedan, Zuoz und Sils. Oft gastiert im Dezember der Ski-Weltcup in St. Moritz. Bis kurz vor Weihnachten sind alle grossen Skigebiete offen; zwischen Weihnachten und Neujahr ist das Tal voll.
Die beste Reisezeit – je nach Wunsch
| Sie möchten … | Am besten |
|---|---|
| Ski fahren mit Sonne und wenig Andrang | Mitte Januar, zweite Märzhälfte |
| Langlaufen | Januar bis März; Skimarathon am zweiten Sonntag im März |
| Winterwandern und Schlitteln | Januar bis März |
| Blumen und erste Wanderungen | Ende Juni |
| Baden in Bergseen | Juli und August |
| Wandern ohne Andrang | September |
| Lärchengold fotografieren | Mitte bis Ende Oktober |
| absolute Ruhe | Mai und November |
Den direkten Vergleich der beiden Hauptsaisons finden Sie im Beitrag Engadin im Sommer oder Winter.
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