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St. Moritzersee im Sommer mit Blick auf das Dorf und die Berge

Journal · Reise-Tipps

Das Engadin Monat für Monat: Wetter, Events, Reisezeit

23. September 2026 · aktualisiert Oktober 2026 · 6 Min. Lesezeit · von Chesa Michel

Januar für Schwarzeis, März für den Skimarathon, Juli für Bergseen, Oktober für goldene Lärchen: das Engadin in zwölf Monaten – mit Klimatabelle, Bahn-Saisons, Ferienspitzen und den Höhepunkten im Veranstaltungskalender.

Inhalt · 15 Kapitel

Das Engadin in Zahlen

Wärmster Monat
Juli: Mittel 12,3 °C, tagsüber 19 °C
Kältester Monat
Januar: Mittel −8,4 °C
Sonnigster Monat
Juli, 199 Sonnenstunden
Trockenster Monat
Februar, 19 mm Niederschlag
Skisaison
Meist Mitte Dezember bis Anfang April, hoch gelegene Gebiete länger

Zwölf Monate, zwölf Gesichter

Bever liegt auf 1708 m, in einem der höchsten bewohnten Täler Europas. Das macht das Klima extrem und genau deshalb so schön: trockene, sonnige Winter mit tiefen Temperaturen, kurze, frische Sommer und dazwischen zwei stille Zwischensaisons. Wer weiss, was ihn wann erwartet, findet für fast jeden Wunsch den richtigen Monat.

Die Anlässe unten sind Beispiele aus dem Veranstaltungskalender der Region. Nicht jeder findet jedes Jahr statt, und die Daten wechseln – den aktuellen Stand finden Sie im Veranstaltungskalender von Engadin Tourismus, die Betriebszeiten der Bergbahnen in den Bergbahnen-Berichten.

Das Klima auf einen Blick

Normwerte 1991–2020 der Station Samedan, eine Bahnstation von Bever; Neuschnee Mittel 1981–2010.

MonatMittelTag / NachtNiederschlagSonneNeuschnee
Januar−8,4 °C−1,3 / −15,8 °C29 mm120 h52 cm
Februar−7,1 °C0,5 / −15,6 °C19 mm121 h39 cm
März−2,4 °C4,0 / −9,6 °C24 mm147 h33 cm
April1,9 °C7,9 / −4,3 °C37 mm150 h24 cm
Mai6,7 °C12,9 / 0,1 °C67 mm164 h6 cm
Juni10,5 °C17,0 / 3,2 °C91 mm186 h1 cm
Juli12,3 °C19,3 / 4,7 °C87 mm199 h–
August11,8 °C18,8 / 4,7 °C100 mm181 h–
September7,9 °C14,6 / 1,3 °C73 mm155 h1 cm
Oktober3,6 °C10,5 / −2,6 °C77 mm138 h8 cm
November−2,1 °C4,1 / −7,8 °C70 mm103 h41 cm
Dezember−7,0 °C−0,7 / −13,4 °C37 mm102 h50 cm

Auffällig: Der Winter ist deutlich trockener als der Sommer. Im Februar regnet oder schneit es an durchschnittlich nur gut vier Tagen, im Juni und August an elf. Und auch im Juli kann es nachts unter 5 °C abkühlen – eine Jacke gehört immer ins Gepäck.

Januar: Kälte, Sonne, Schwarzeis

Der kälteste Monat – und einer der schönsten. Nach dem 6. Januar leeren sich die Pisten, die Tage werden länger, und ab Mitte Januar sind die Seen meist ganz zugefroren. Friert ein See ohne Schnee zu, entsteht Schwarzeis, durch das man bis auf den Grund sieht.

Anlässe: Neujahrsapéros am 1. Januar in mehreren Dörfern, Schlitteda in Champfèr und Silvaplana–St. Moritz, der Snow Polo World Cup in St. Moritz und die Engadin Art Talks in Zuoz; dazu je nach Jahr Weltcuprennen im Langlauf und im Para-Ski.

Februar: White Turf und Hochsaison

Der trockenste Monat bringt viel Sonne und stabile Verhältnisse – und die Sportferien der Schweizer Kantone sowie vieler Nachbarländer. Es ist die vollste Zeit des Winters.

Anlässe: White Turf mit Pferderennen auf dem gefrorenen St. Moritzersee an drei Februar-Sonntagen, mit Rennen auch an den Samstagen davor; Hom Strom in Scuol traditionell am ersten Samstag im Februar; dazu der Curling Gold Cup.

Skikjöring am White Turf auf dem zugefrorenen St. Moritzersee

März: Skimarathon und Chalandamarz

Die Tage sind lang, die Sonne wärmt, der Schnee ist noch tief. Für viele der beste Skimonat.

Anlässe: Chalandamarz am 1. März – Kinder ziehen mit Glocken durch Bever, Samedan, Celerina, La Punt und Sils, um den Winter zu vertreiben. Die Engadin Marathonwoche mit Frauenlauf und Nachtlauf Sils–Pontresina gipfelt im Engadin Skimarathon am zweiten Sonntag im März. Ostern fällt je nach Jahr in den März oder April.

Skating-Langläufer auf der Loipe über einen zugefrorenen Oberengadiner See

April: Frühlingsskifahren

Sulzschnee am Vormittag, Sonnenterrassen am Nachmittag. Die Skigebiete schliessen gestaffelt: die meisten um Ostern oder Anfang April, die hoch gelegenen wie Corvatsch und Diavolezza in der Regel erst deutlich später. In der zweiten Aprilhälfte erwachen die Murmeltiere aus dem Winterschlaf. Anlässe: das SunIce Festival in St. Moritz zum Saisonende.

Mai: die stillste Zeit

Im Tal schmilzt der Schnee, oben liegt er noch. Viele Hotels und Restaurants machen Pause, die meisten Bergbahnen auch. Wer Ruhe sucht und im Tal wandern will, ist jetzt richtig. Auffahrt und Pfingsten fallen je nach Jahr in den Mai oder Juni. Im Frühling brüten in den Inn-Auen bei Bever seltene Vögel – bitte bleiben Sie dort von Mitte April bis Juli auf den Wegen und führen Sie Hunde an der Leine. Mehr im Beitrag Zwischensaison im Engadin.

Juni: Alpenblumen und die ersten Bahnen

Die Wiesen blühen, auf den Pässen liegt noch Schnee. Die Sommerbahnen öffnen nach und nach im Laufe des Juni, Muottas Muragl je nach Pfingsten meist als eine der ersten. Der Albulapass öffnet je nach Schnee zwischen Ende Mai und Mitte Juni.

Murmeltier auf einer Alpwiese

Juli: Hochsommer auf 1700 Metern

Der wärmste und sonnigste Monat, mit Tagestemperaturen um 19 °C. Der Stazersee erwärmt sich auf bis zu 20 °C, der Silsersee bleibt kühl. Ab Mitte Juli beginnen die Sommerferien in weiten Teilen der Schweiz und Deutschlands – das Tal wird lebhaft.

Anlässe: Trailläufe wie Bernina Ultraks und Engadin Ultra Trail, dazu das Festival da Jazz in St. Moritz, das in den letzten Jahren im Juli stattfand.

Ufer des Silvaplanersees im Sommer

August: Festivals und Gourmet

Der niederschlagsreichste Monat, oft mit Gewittern am Nachmittag – früh losgehen lohnt sich. Um den 15. August (Ferragosto) kommen viele Gäste aus Italien.

Anlässe: Konzerte des Engadin Festival, der Concours Hippique Zuoz, das St. Moritz Running Festival mit dem Engadiner Sommerlauf und das St. Moritz Gourmet Festival – es findet seit Kurzem im Sommer statt, nicht mehr im Januar.

September: klare Luft, leere Wege

Die Ferien sind vorbei, die Luft ist klar, die Wanderwege sind leer – für viele der beste Wandermonat. Im Nationalpark beginnt die Hirschbrunft (Anfang September bis Mitte Oktober), am besten zu hören im Val Trupchun. Im Bergell startet Ende September das Kastanienfestival.

Oktober: Lärchengold

Die Lärchen färben sich meist ab Anfang Oktober, der Höhepunkt liegt oft in der zweiten Monatshälfte. Die Sommerbahnen schliessen meist in der zweiten Oktoberhälfte, doch die Diavolezza startet oft schon im Herbst in einen frühen Winterbetrieb. Mehr im Beitrag Der goldene Lärchenherbst im Engadin.

Anlässe: Stubete am See in Sils, Dampffahrten über die Albulalinie, geführte Fotowanderungen zum Lärchengold und das Kastanienfestival im Bergell.

Goldene Lärchen an einem Bergbach im Engadin

November: Ruhe vor dem Winter

Der erste Schnee bleibt liegen, die Dörfer werden still. Um Mitte November fährt meist kaum eine grosse Bergbahn – gegen Ende des Monats starten dann Corvatsch und Corviglia in den Winter. Dank Snowfarming gibt es erste Loipen oft schon früh im Monat. Ende November beginnen die ersten Weihnachtsmärkte.

Dezember: Advent und Weltcup

Kurze Tage, viel Schnee, Adventsfenster in Bever ab dem 1. Dezember. Weihnachtsmärkte in St. Moritz, Celerina, Samedan, Zuoz und Sils. Oft gastiert im Dezember der Ski-Weltcup in St. Moritz. Bis kurz vor Weihnachten sind alle grossen Skigebiete offen; zwischen Weihnachten und Neujahr ist das Tal voll.

Die beste Reisezeit – je nach Wunsch

Sie möchten …Am besten
Ski fahren mit Sonne und wenig AndrangMitte Januar, zweite Märzhälfte
LanglaufenJanuar bis März; Skimarathon am zweiten Sonntag im März
Winterwandern und SchlittelnJanuar bis März
Blumen und erste WanderungenEnde Juni
Baden in BergseenJuli und August
Wandern ohne AndrangSeptember
Lärchengold fotografierenMitte bis Ende Oktober
absolute RuheMai und November

Den direkten Vergleich der beiden Hauptsaisons finden Sie im Beitrag Engadin im Sommer oder Winter.


Mehr Inspiration im Journal – oder direkt die Ferienwohnungen ansehen und Verfügbarkeit prüfen.

Kurz beantwortet

Häufige Fragen

Wann ist die beste Reisezeit für das Engadin?
Für Wintersport Januar bis März, für Langlauf mit dem Skimarathon besonders der März. Für Wandern und Bergseen Juli bis September, für goldene Lärchen Mitte bis Ende Oktober. Am ruhigsten sind Ende April bis Anfang Juni und Anfang bis Mitte November.
Wie kalt wird es im Engadin im Winter?
In Samedan, eine Station von Bever, liegt das Monatsmittel im Januar bei −8,4 °C, nachts im Schnitt bei −15,8 °C. Der Rekord liegt bei −36,9 °C. Dafür ist der Winter trocken und sonnig: Der Februar ist der trockenste Monat des Jahres.
Wann liegt im Engadin Schnee?
Im Tal meist von November bis April. Die meisten Tage mit Neuschnee haben Dezember und Januar. Die Skigebiete sind in der Regel von Mitte Dezember bis Anfang April offen, einzelne hoch gelegene Gebiete deutlich länger; aktuelle Daten stehen in den Bergbahnen-Berichten auf engadin.ch.
Wann ist der Engadin Skimarathon?
Traditionell am zweiten Sonntag im März. In der Engadin Marathonwoche davor gibt es unter anderem einen Frauenlauf und einen Nachtlauf von Sils nach Pontresina. Die aktuellen Daten stehen im Veranstaltungskalender auf engadin.ch.
Wann ist White Turf?
An drei Sonntagen im Februar auf dem gefrorenen St. Moritzersee, mit Rennen auch an den Samstagen davor. Die genauen Daten stehen im Veranstaltungskalender auf engadin.ch.
Wann ist im Engadin am meisten los?
Zwischen Weihnachten und Neujahr, in den Sportferien im Februar, um Ostern sowie im Juli und August. Ruhiger sind der Januar nach dem 6., der März nach dem Skimarathon und der September.
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Chesa Michel · Bever

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