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Goldene Lärchen an einem Bergbach im Engadin

Journal · Reise-Tipps

Zwischensaison im Engadin: Was im Herbst und Frühling offen hat

23. September 2026 · aktualisiert Oktober 2026 · 6 Min. Lesezeit · von Chesa Michel

Zwischen Lärchengold und erstem Schnee, zwischen Frühlingsskifahren und Alpenrosen: Das Engadin wird in der Zwischensaison still. Welche Bahnen, Bäder und Museen trotzdem offen sind – und wo Sie die aktuellen Daten finden.

Inhalt · 9 Kapitel

Zwischensaison

Herbst
Meist Mitte Oktober bis Mitte Dezember
Ruhigste Tage
Meist Mitte November – kaum eine grosse Bergbahn in Betrieb
Frühling
Meist Mitte April bis Mitte Juni
Immer offen
Rhätische Bahn, Bus, Läden, Bogn Engiadina Scuol
Letzte Pisten
Hoch gelegene Gebiete wie Corvatsch und Diavolezza, oft bis weit in den April

Wenn das Engadin Luft holt

Zweimal im Jahr wird es im Oberengadin still. Im Herbst, wenn die Lärchen ihr Gold verloren haben und der erste Schnee noch nicht liegen bleibt, und im Frühling, wenn die Pisten schliessen und die Wiesen noch braun sind. Viele Hotels und Restaurants machen dann Betriebsferien, die Bergbahnen revidieren ihre Anlagen, und die Einheimischen fahren selbst in die Ferien.

Für Gäste, die Ruhe suchen, sind genau das oft die schönsten Wochen: leere Wanderwege, freie Sicht auf die Seen, und im Dorf hört man wieder den Brunnen. Damit Sie nicht vor verschlossenen Türen stehen, haben wir zusammengestellt, was in der Zwischensaison in der Regel offen ist – und wo Sie die aktuellen Daten finden.

Herbst: wann die Bahnen schliessen

Die meisten Sommerbahnen schliessen in der zweiten Oktoberhälfte. Der Winterbetrieb beginnt gestaffelt: Corvatsch und Corviglia meist Ende November, die übrigen grossen Gebiete bis kurz vor Weihnachten. Die genauen Daten des laufenden Jahres finden Sie in den Bergbahnen-Berichten von Engadin Tourismus.

Zwei Dinge fallen auf. Erstens fährt Muottas Muragl in manchen Jahren nach dem Ende der Sommersaison noch etwas weiter, eingeschränkt und nur bei schönem Wetter. Und zweitens wechselt die Diavolezza oft fast nahtlos vom Sommer in einen frühen Winterbetrieb und legt danach im November eine Revisionspause ein. Die ruhigsten Tage des ganzen Jahres liegen deshalb meist um Mitte November: Dann fährt kaum eine der grossen Bergbahnen – ideal für Wanderungen im Tal und lange Abende.

Frühling: die letzten Pisten und die ersten Sommerbahnen

Die Skisaison endet gestaffelt: Die kleineren Gebiete schliessen meist im März, die grossen um Ostern oder Anfang April, und die hoch gelegenen wie Corvatsch und Diavolezza fahren in der Regel bis weit in den April hinein. Nach Ostern gehören sonnige Pisten und Sulzschnee fast nur noch den Einheimischen.

Die Sommerbahnen öffnen gestaffelt im Laufe des Juni – Muottas Muragl je nach Pfingsten meist als eine der ersten. Dazwischen liegen einige Wochen, in denen man im Engadin vor allem eines tut: im Tal wandern und zuschauen, wie der Frühling vom Talboden die Hänge hinaufsteigt.

Bergstation Diavolezza mit Restschnee in der Zwischensaison

Was offen bleibt – und was nicht

Immer da: Die Rhätische Bahn fährt das ganze Jahr im gewohnten Takt – auch über die Albulalinie nach Chur und über die Bernina nach Tirano. Busse fahren ebenfalls, nach dem Ende des Sommerfahrplans im Herbst allerdings etwas seltener. Lebensmittelläden in Samedan und St. Moritz bleiben offen; Samedan ist von Bever eine Bahnstation entfernt.

Wasser und Wärme:

  • Das Ovaverva in St. Moritz ist nach der Sanierung seit Frühling 2026 wieder offen. In der Zwischensaison kann es Revisionswochen geben – ein Blick auf die Website des Bads lohnt sich.
  • Das Bogn Engiadina in Scuol ist laut eigenen Angaben das ganze Jahr geöffnet – ein guter Plan für graue Novembertage.

Museen mit Pause (aktuelle Öffnungszeiten auf den Websites der Museen):

  • Das Segantini-Museum in St. Moritz schliesst in beiden Zwischensaisons: meist von Ende Oktober bis Anfang Dezember und von Mitte April bis Mitte Mai.
  • Das Museum Engiadinais in St. Moritz ist vor allem im Sommer offen; die Saison endet meist Mitte Oktober.
  • Das Nietzsche-Haus in Sils schliesst in der Regel zwischen Ende Oktober und Mitte Dezember.

Restaurants und Hotels: Viele Betriebe schliessen Anfang Oktober, andere halten bis in den November durch. Wer in einer Ferienwohnung wohnt, ist hier klar im Vorteil: Sie kochen selbst, wann Sie wollen, und reservieren nur für die Abende, an denen Sie ausgehen möchten. Einige Engadiner Orte führen jeweils eine Liste mit Betrieben, die im Herbst länger offen haben – ein Blick lohnt sich vor der Anreise.

Was man jetzt erlebt – und sonst nie

Im Oktober leuchten die Lärchen. Die Farbe hält meist zwei bis drei Wochen; mehr dazu im Beitrag Der goldene Lärchenherbst im Engadin. In manchen Jahren gibt es sogar geführte Fotowanderungen zum Thema – der Veranstaltungskalender weiss mehr.

Im November kommen die ersten Langläufer. Dank Snowfarming – Schnee, der über den Sommer unter Holzspänen gelagert wird – kann beim Camping St. Moritz schon Anfang November eine erste, kurze Loipe öffnen; dazu kommen erste Anlässe zum Saisonstart. Die Loipen direkt ab Bever folgen, sobald genug Naturschnee liegt; mehr im Beitrag Langlauf-Paradies vor der Haustür: das Val Bever.

Im Dezember und Januar frieren die Seen. Wenn es beim Zufrieren nicht schneit, entsteht Schwarzeis, so klar, dass man die Steine am Grund sieht. Der Silsersee friert meist zwischen Ende Dezember und Mitte Januar zu. Geprüft wird das Eis nur auf markierten Wegen, Loipen und Anlagen – daneben betreten Sie es immer auf eigene Gefahr. Der Stazersee ist im Winter ein Eislaufplatz.

Im Frühling erwacht direkt vor unserer Haustür etwas Seltenes: Die Inn-Auen zwischen Bever und La Punt wurden seit 2012 auf rund zwei Kilometern renaturiert. Hier brüten heute der Flussuferläufer, in der Schweiz stark gefährdet, und der Flussregenpfeifer. Von Mitte April bis Juli bittet die Vogelwarte deshalb, auf den Wegen zu bleiben und Hunde an der Leine zu führen. Mit einem Feldstecher sehen Sie vom Weg aus trotzdem viel – am frühen Morgen am meisten.

Herbstlicher Bergsee mit Lärchen im Oberengadin

Das Wetter: kälter, als man denkt, sonniger, als man fürchtet

Das Oberengadin ist eines der kältesten bewohnten Hochtäler der Schweiz; in Samedan wurden schon unter −36 °C gemessen. Die Normwerte 1991–2020 von Samedan, eine Bahnstation von Bever entfernt:

MonatMittelTag / NachtNeuschnee
Oktober3,6 °C10,5 / −2,6 °C8 cm
November−2,1 °C4,1 / −7,8 °C41 cm
Dezember−7,0 °C−0,7 / −13,4 °C50 cm
April1,9 °C7,9 / −4,3 °C24 cm
Mai6,7 °C12,9 / 0,1 °C6 cm
Juni10,5 °C17,0 / 3,2 °C1 cm

Heisst praktisch: Im Oktober sind sonnige Wandertage mit Handschuhen am Morgen typisch, im November kann es jederzeit schneien, und im April liegt im Tal oft noch Schnee, während die Sonne schon kräftig wärmt. Warme Schichten gehören in beiden Zwischensaisons ins Gepäck.

Anlässe im Herbst

Auch wenn es ruhiger wird, ist nicht nichts los. Typisch für die Herbstwochen sind etwa diese Anlässe aus dem Veranstaltungskalender der Region – die genauen Termine wechseln jedes Jahr:

  • Oktober: Führung durch die Molkerei Lataria Engiadinaisa in Bever, Metzgete auf Marguns, Stubete am See in Sils, Dampffahrt über die Albulalinie
  • Herbst: Kastanienfestival im Bergell
  • Oktober bis Dezember: Dorfführungen in Bever
  • Ende November: Skitest auf der Corviglia
  • Ende November und Dezember: Weihnachtsmärkte in La Punt, St. Moritz und Samedan
  • Dezember: Adventsfenster in Bever
  • Im Winter freitags: Snow Night am Corvatsch

Ob und wann diese Anlässe stattfinden, steht im Veranstaltungskalender von Engadin Tourismus.

Anreise: welche Pässe offen sind

Mit der Bahn erreichen Sie Bever das ganze Jahr ohne Einschränkung. Mit dem Auto bleiben Julier und Bernina ganzjährig befahrbar, Winterausrüstung ist Pflicht. Der Albulapass wird im Winter geschlossen und öffnet erst im späten Frühling. Bei geschlossenem Flüela bleibt der Autoverlad durch den Vereina. Den aktuellen Strassenzustand zeigt der Kanton auf strassen.gr.ch. Mehr im Beitrag Anreise ins Engadin.

Für wen die Zwischensaison ideal ist

Für alle, die wandern statt anstehen wollen. Für Paare und Einzelreisende, die Ruhe suchen. Für Fotografinnen, die Nebel über dem Inn und Raureif auf den Lärchen mögen. Und für alle, die im Engadin arbeiten möchten: In der Workation sind stille Wochen ein Geschenk. Wer länger als einen Monat bleiben möchte, fragt uns nach den Monatskonditionen der Chesa Michel.


Mehr Inspiration im Journal – oder direkt die Ferienwohnungen ansehen und Verfügbarkeit prüfen.

Kurz beantwortet

Häufige Fragen

Wann ist Zwischensaison im Engadin?
Zweimal im Jahr: im Herbst etwa von Mitte Oktober bis Mitte Dezember und im Frühling etwa von Mitte April bis Mitte Juni. Die genauen Daten hängen von den Bergbahnen ab: Die meisten Sommerbahnen schliessen in der zweiten Oktoberhälfte, der Winterbetrieb beginnt gestaffelt ab Ende November. Die aktuellen Daten stehen in den Bergbahnen-Berichten auf engadin.ch.
Welche Bergbahnen fahren im November?
Der November ist die ruhigste Zeit: Die Diavolezza öffnet oft schon im Oktober für einen frühen Winterbetrieb und macht im November eine Revisionspause, Corvatsch und Corviglia starten meist Ende November in den Winter. Welche Anlagen gerade offen sind, zeigen die Bergbahnen-Berichte auf engadin.ch.
Lohnt sich das Engadin in der Zwischensaison?
Ja, wenn Sie Ruhe, Natur und Wandern in tieferen Lagen suchen. Viele Restaurants und Hotels machen Pause, Bahn, Bus, Läden und einige Bäder bleiben aber offen, und die Täler gehören fast Ihnen allein.
Wie kalt ist es im November in Bever?
Im nahen Samedan liegt das Monatsmittel im November bei rund −2 °C, tagsüber werden es im Schnitt etwa 4 °C, nachts um −8 °C. Im Durchschnitt fallen im November rund 40 cm Neuschnee.
Ist der Albulapass in der Zwischensaison offen?
Der Albulapass wird im Winter geschlossen, meist ab Ende November oder Dezember, und öffnet erst im späten Frühling. Julier und Bernina bleiben ganzjährig offen; mit der Bahn erreichen Sie Bever jederzeit. Den aktuellen Strassenzustand zeigt der Kanton auf strassen.gr.ch.
Wann ist das Eis auf den Engadiner Seen tragfähig?
Der Silsersee friert meist zwischen Ende Dezember und Mitte Januar zu. Geprüft wird das Eis nur auf markierten Wegen, Loipen und Anlagen – daneben gilt immer eigene Gefahr.
Die Chesa Michel in Bever

Chesa Michel · Bever

Wohnen, wo die Geschichten spielen

Acht Ferienwohnungen und Studios in einem Engadinerhaus von 1786, mitten im Dorfkern von Bever – der Bahnhof liegt vier Gehminuten entfernt.